Review: Wrath of the Lich King

23. Dezember 2008 von Jan · Kommentieren
Kategorie: Allgemein 

Am 13. November war es nach fast zwei Jahren endlich soweit. Das zweite Add On zu Blizzards Onlinerollenspiel World of Warcraft stand in den Regalen. Und es wurde auch Zeit. Denn den alten Content konnte man, trotz der Einführung des Sonnenbrunnens und der dortigen recht anspruchsvollen Raidinstanz, langsam nicht mehr sehen.

Der normale Spieler mag das anders sehen, aber die Raidgilden und Endcontent Spieler wurden langsam ungeduldig und begannen schon zu anderen Spielen abzuwandern. Denn wenn ein Spielcharakter mit den besten Gegenständen ausgestattet ist und die Endbosse mehrfach gelegt sind, dann reichen Tagesquests irgendwann niemanden mehr aus. Und irgendwann hat man auch keine Lust mehr noch einen weiteren Char hochzuleveln. Die Erwartungen an WotLK waren also recht hoch.

Was ist neu?
Hier nur die wesentlichen Dinge.Neben dem neuen Kontinent Nordend hat der Spieler zuerst die Aufgabe seinen Spielchar von Stufe 70 auf Stufe 80 zu bringen. Der Rekord für diese Herausforderung liegt bei 27 Stunden. Was ich persönlich für nicht sonderlich erstrebenswert halte, weil man vom Spielinhalt kaum etwas mitbekommt.

Vor allem bekommt man so nichts mit von den vielen wirklich schönen Quests und Questreihen (Aufgaben) die sich Blizzard ausgedacht hat mit. Hieß es noch zum letzten Add On: Sammel 10 davon und töte 30 davon, sind die Quests in LK wirklich gut gemacht und sehr abwechslungsreich. Und nach einer langen Questreihe trifft man nicht selten auf den späteren Endboss (kommt mit einem späteren Patch erst ins Spiel) des Add Ons: den Lich King persönlich. Zwar muss man nicht gegen ihn antreten, aber er erzählt immer wieder an Stück der LK Geschichte. Das ist wirklich gut gelungen und man ist ständig gespannt, was weiter passiert.

Besonders gut gelungen ist dabei, dass man mit LK nicht mehr gezwungen ist für Elitegegner eine Gruppe zu suchen. Man kann bis auf wenige Ausnahmen alle Quests alleine machen. Nur für die Instanzen am Ende der einzelnen Gebiete muss sich eine Gruppe suchen. So kommt man mehr oder weniger komplett solo durch das Spiel.

Death Knight
Die neue Klasse des Todesritters steht jedem Spieler zur Verfügung der bereits einen Level 70 Char hat. Der Todesritter startet dann auch schon bei Level 55 und muss sich die ersten zwei Spielstufen durch ein eigens entwickeltes Questgebiet kämpfen. Selbst habe ich ihn nur erstellt. Aber diejenigen die einen Todesritter spielen, sind begeistert.

Die neuen Gebiete
Wirklich beeindruckend sind die Landschaften und Gebiete. Sie sind einfach riesengroß und sehr schön gestaltet. Zwar ist WoW noch immer kein Grafikkartenkiller, aber es ist trotzdem einiges an Effekten und Veränderungen eingebaut worden. Und das sieht man überall. Mir gefallen vor allem die Eislandschaften unglaublich gut.

Instanzen
War es mit Burning Crusade noch eine echt Zeitaufwendige Sache, sich durch die Instanzen mit ihren Bossen zu kämpfen, ist das mit LK ganz anders. Selbst im heroischen Modus muss man bei keiner Instanz mehr als eine Stunde Zeit rechnen. Und das obwohl die Bossgegner doch recht interessante Taktiken erfordern. Zum Beispiel kämpft man im Oculus gegen den Endboss auf dem Rücken eines Drachen. Blizzard sorgt auch hier für viel Abwechslung und guten Content.

Erfolge
Eine weitere Neuerung sind die Erfolge und das persönliche Erfolgsbuch. Besteht man bestimmte Aufgaben, werden diese als Erfolg verzeichnet und dem Spieler in sein Erfolgelogbuch eingetragen. Viele Erfolge hat man in der Vergangenheit schon erreicht, einige erreicht man schon alleine durch das tägliche Spiel. Aber es gibt auch Erfolge die nicht so leicht zu erringen sind. Besonders die, für die man zum Beispiel Endbosse auf spezielle Weise zu erlegen hat. Die zu bestehenden Erfolge sind nahezu endlos und bescheren viele spannende Herausforderungen.

Aber…
… es gibt auch Anlass zur Kritik. Wohl weniger vom Gelegenheitsspieler, wohl aber von den Raidgilden im Endcontent: Das Spiel ist viel zu einfach.  Es bietet in den großen Raidinstanzen keinerlei Boss der wirklich knackig ist. Meine Gilde Exalted hatte die derzeit einzige „echte” Instanz Naxxramas bereits mit der ersten ID clear. Und auch die beiden Dracheninstanzen haben keinen hohen Schwierigkeitsgrad. Im Vergleich mit den vielen Abenden im Sonnenbrunnenplateu ein Witz. Das zeigt sich auch darin, dass die Nummer eins aller Gilden bereits gegen Mittag des dritten Tages nach Release meldete: Content Clear.

Fazit
Wer bisher WoW nichts abgewinnen konnte wird auch mit Wrath of the Lich King nicht zum Fan werden. Aber für alle Fans ist es ein tolles Spiel geworden das wirklich viel Inhalt und Spass bietet. Besonders Solospieler kommen auf ihre Kosten und können sich durch Nordend kämpfen. Doch für die wirklichen Raidgilden ist derzeit noch zu wenig Content da. Hier muss Blizzard mit dem nächsten Patch dringend eine Instanz einbauen, die nicht innerhalb von wenigen Stunden durchgespielt ist.

Aus meiner Sicht sollte Blizzard wieder zur alten Strategie zurückkehren: Mit dem Einbau einer neuen Instanz die Bosse für die Topgilden designen und dann beständig mit Folgepatches die Schwierigkeit senken. Vielleicht ist das ja schon mit dem Patch 3.1 und der neuen Instanz der Fall. Mal abwarten …


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